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A Német Nemzetiségi Gimnázium (Deutsches Nationalitätengymnasium) iskolaújsága |
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Lieber Unbekannter! Ich kenne dich nicht, ich weiß nicht wer du bist und wieso grade dich mein Brief erreicht hat. Du fragst dich sicherlich was das für ein Verrückter ist der dich mit einer Nachricht aufsucht. Nun, der Verrückter bin ich. Mein Name ist Tobias Seehofer, ich bin 11 Jahre alt und wohne in München. Das grade du meine Flaschenpost bekommen hast war keine Absicht. Ehrlich. Mein Vater würde dazu sagen es war Schicksal. Ich sage dazu nichts. Du bist sicher ungeduldig, denn du willst wissen was meine Nachricht an dich enthaltet. Bis ich dir aber meine Botschaft übergebe musst du erst den Weg des Briefes erfahren. Dazu hat mein Schreiben ein Recht. Ich meine, dein Leben begann ja auch nicht mit 10, oder? Also, wir waren auf dem Weg nach Rügen. Papa sagte, wir wollen heuer einmal richtige Deutsche sein und eine Inlandreise machen. Wir stimmten, wenn auch wiederwillig zu. Vor der Reise hatte Papa einen kleinen Autounfall, wo unser Kombi ein Paar Motorschäden davontragen musste. Da mein grossartiger Vater Geld sparen wollte, brachte er unser Auto zu unserem Nachbarn, der es natürlich nicht eilig hatte unser Fahrzeug wieder fit zu bekommen und so fuhren wir mit Großvaters Käfer los. Wenn du diesen Autotyp schon einmal gesehen hast kannst du dir sicher vorstellen wie eine Reise mit ihm ausschaut. Deshalb halfen wir Papa beim fahren so gut wir konnten. Mama kniff an den besonders kritischen Stellen die Augen zu und ich streichelte unseren Käfer liebevoll und flüsterte ihm beruhigende Wörter zu. All das und die Verständnis der anderen Fahrer führte uns sicher zum Ziel. Die Unterkunft, die Papa für uns Gemietet hatte, lag direkt in den Dünen. Von außen sah das Haus eher wie ein Stall aus, und so waren wir noch gespannter wie unser Eindruck von Innen war. Die kleinen Zimmer waren durch Papwände getrennt, die Fenster, die wahrscheinlich einst für mehr Licht sorgten waren längst vom Sand eingegraben und auch die alten Holzmöbel hatten ihre Blütejahre schon längst hinter sich. Der Tisch mit den Stühlen hielt nur noch der Staub zusammen. Die Bewohner dieses antiken Möbelstückes hatten wahrscheinlich zwar sicher nichts gegen uns dafür wir aber gegen sie, denn die Holzwürmer krabbelten auf den Möbeln herum als hätten SIE 40 Euro für diese Bruchbude pro Nacht bezahlt. -Hier bleib ich nicht länger!- schrie Mama, nahm ihre Koffer, und rannte zum Auto. -Oben sieht das bestimmt ganz gemütlich aus.- versuchte Papa sie um zustimmen. -Ganz sicher nicht, unmöglich das du dieses Hexenhaus auch noch verteidigst.- schrie sie zurück und startete den Motor, - Ich bin dann mal Weg. Wenn du eine Alternative ohne Würmer findest sag mir Bescheid. Und schon war sie weg. Papa und ich standen fassungslos da. Weißt du, einfach war es zwischen den Beiden noch nie gewesen, aber so ließ sie ihn noch nie stehen. Ich spürte das diese Aktion kein gutes Ende nehmen würde, doch ich täuschte mich gewaltig. Papa nahm mich gelassen an der Hand und wir wanderten zum Strand hinunter. Die Sonne ging langsam am Horizont unter und verwandelte den Himmel in eine einzige Bühne. Die Farben verschmolzen ineinander, ein klein wenig so, wie das Vanille Eis schmilzt wenn wir warme Himbeeren darauf legen. Ich gebe zu ein bisschen unliterarisch, aber dieses Gefühl hatte ich in diesem Moment. Die Möwen ließen sich vom Wind treiben und spielten ihr ewiges Spiel mit den Wellen die sich am Strand wie lange Arme ausdehnten. Das Lebensgefühl das ich hier bekam war fast so groß wie die Macht des Meeres. Wahrscheinlich hatte Papa ähnliche Gedanken denn seine Augen wurden auch ein bisschen feucht. Ein kleines Stück weiter sahen wir eine Frau mit ein langes blaues Kleid, die übermütig in der See herumtanzte. Ich erkannte sie erst später doch dann rannte ich auf sie zu, stieß sie in den Sand und gab ihr einen großen Kuss auf die Wange. -Du bist doch nicht Weggegangen!- schrie ich entzückt. -Wie hätte ich denn zwei so unvernünftige kleine Piraten zurücklassen können? Außerdem habe ich eine Unterkunft gefunden die euch sicher gefallen wird.- Sie holte ein kleines Zelt hervor und zeigte in Richtung Hexenhaus. –Im Garten wird es auch sicher gemütlich sein. –sagte sie.- Wenn ihr einverstanden seid? Und ob wir das waren. Papa küsste Mama heftig und dann gingen wir zum Haus zurück. Die kommenden Tagen hatten zwar nichts mit Luxusurlaub zu tun, trotzdem hatte wir viel Spass. Mama wurde am Ende der Woche sogar so gut gelaunt dass sie nicht einmal die Maklerin aufsuchte um von ihr den Preis zurückzuverlangen. Die Flasche in der du den Brief bekommen hast, habe ich selbst am Strand gefunden und mich sofort ans Briefschreiben gemacht. Weiter kann ich dir den weg der Flasche nicht beschreiben, denn ich kann nur raten was sie alles gesehen hat. Vielleicht sah sie die Freiheitsstatue vielleicht hat sie aber auch den Eisbären am Pool zugewunken. Ich muss schon sagen es ist schon komisch das die Flasche die ganze Welt sieht und man selbst bleibt in Deutschland. Ah, ich habe ja die Botschaft ganz vergessen die ich dir schreiben wollte: Wenn du nach Rügen fährst Regenmantel nicht vergessen! Angenommen du hast Lust mir zu schreib tu es doch einfach! Das Schicksal wird dir meine Adresse schon geben. Also dann, ahoi mein Seemannfreund! Viele liebe Grüße: Tobias Seehofer |
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