Seit der Generalprobe von Bothos Strauß’ Der Park sind Wochen vergangen, aber das Stück bewegt mich immer noch und lässt mich einfach nicht los. Warum? Weil es mich mit meinem alltäglichen Selbst, mit meinen Gefühlen konfrontiert und dadurch zum Nachdenken anregt. Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie das Stück diese Wirkung erreicht? Es hat ein schwer deutbares Textgewebe – es ist eine Paraphrase von William Shakespeares Ein Sommernachtstraum mit drei ineinandergewobenen Handlungsebenen und mit unzähligen mythologischen und kulturhistorischen Verweisen – und erfordert eben deswegen eine aktive Arbeit seitens der Zuschauer bei seiner Rezeption. Und diese Arbeit endet nicht in dem Moment, wenn der Vorhang fällt, sondern sie fängt erst dann richtig an.
Dass das Stück nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Schauspieler eine intellektuelle Herausforderung bedeutet, beweisen die Worte von Zsolt László. Der Schauspieler hat nämlich im Gespräch mit dem Publikum nach der Generalprobe gestanden, dass er die von ihm gespielte Oberon-Figur im Ganzen noch nicht erfasst hat, aber es schon Sätze in seinem Text gibt, die er zu verstehen glaubt.
Also wenn sich jemand ein wirklich herausforderndes geistiges Abenteuer wünscht, dem ist das Stück Der Park zu empfehlen. Aber verlassen Sie das Theater nach dem ersten Akt nicht fluchtartig! Es lohnt sich zu bleiben.
Zsuzsa Soproni