Als ich mich nach kurzer Vorbereitung auf den Theaterstuhl des Nationaltheaters setzte, war ich auf das Stück „Der Park” von Botho Strauß schon gespannt, aber ich hatte gleichzeitig Angst vor der Inszenierung, die die Ankündigung von Róbert Alföldi nicht verschwinden ließ.
Ich hatte im Laufe des Stückes zwei Schwierigkeiten gehabt: einerseits die Hürde zu nehmen, von der Nacktheit abzusehen und das Werk nicht durch diese Brille zu betrachten, andererseits die einzelnen Geschichten unter einen Hut zu bringen und verknüpfen zu können. Die erste Aufgabe ist mir gelungen, ich konnte mich immer besser auf das Inhaltliche und nicht auf die materiellen Sachen konzentrieren, aber den genauen Zusammenhang der einzelnen Geschichten kann ich immer noch nicht finden. Vielleicht gibt’s auch nicht.
Das Gespräch mit dem Regisseur, dem Übersetzer und den Schauspielern nach dem Stück hat mir aber dabei viel geholfen. Ich konnte im Nachhinein damit besser erkennen, auf welche Weise die mythologische Welt auf die Realität anhand des „Sommernachtstraums” bezogen und damit vermischt wurde, welches Ziel die göttergleichen Gestalten Titania und Oberon steuerte und wie sie deswegen in die Wirklichkeit stürzten.
Mit der Darstellung der realen Welt hat Botho Strauß, in seinem Werk aktuelle Phänomene, Probleme entdeckt und behandelt, obwohl es 1983 entstanden ist. Deshalb meine ich, dieses Stück oder dessen einige Teile werden immer relevant sein, bis sich die Menschen untereinander und ihre „gute” Wirkung aufeinander nicht entwickeln können. Auf alle Fälle stellt Róbert Alföldi alles auf seine besondere Art dar und weigert sich nicht, den Zuschauer mit seiner Inszenierung zu schockieren.
Zsófia Morber